Schmerzprozess-Check
Playbook· ca. 15 Minuten · Kostenlos

KI und Automatisierung als Unternehmenskompetenz

Wie Sie mit Microsoft-Tools, die Sie schon bezahlen, Ihre teuren Schmerzprozesse automatisieren – von der Prozessanalyse bis zum produktiven Piloten in 30 Tagen.

Ex-McKinsey & Ex-BCGMicrosoft PartnerNeueste Forschungserkenntnisse

Die meisten Mittelständler zahlen für Microsoft 365 – und nutzen einen Bruchteil davon. Gleichzeitig verbringen Fachkräfte Stunden mit Abtippen, Weiterleiten und Zusammentragen. Dieses Playbook zeigt, wie Sie KI und Automatisierung mit Ihren vorhandenen Microsoft-Werkzeugen als echte Unternehmenskompetenz etablieren: von der Prozessanalyse über das richtige Automatisierungsspektrum bis zum produktiven Piloten.

82 %

nennen Fachkräftemangel als größte Herausforderung

Quelle: KfW 2024/25

55/100

Durchschnittlicher Digitalisierungsindex

Quelle: KfW

80 %+

der Mittelständler nutzen Microsoft 365

Quelle: Microsoft/Bitkom

Was Sie in diesem Playbook erwartet

Selbsttest · 5 Minuten

Wo steht Ihr Unternehmen?

In 5 Minuten wissen Sie, wie automatisierungsreif Ihr Unternehmen ist – und was der nächste Schritt sein sollte.

15 FragenSofort ErgebnisKostenlos
01Kapitel 1 von 5·5 Min.

Die richtigen Prozesse findenWo sich Automatisierung wirklich lohnt

Nicht alles automatisieren – sondern gezielt die 3-5 Prozesse identifizieren, die die meiste Kapazität binden und die höchste Fehlerquote haben.

Schmerzprozess-Matrix

KriteriumSkala
Häufigkeit1 (jährlich) bis 5 (mehrmals täglich)
Zeitaufwand1 (<5 Min.) bis 5 (>2 Std.)
Beteiligte1 (eine Person) bis 5 (>3 Abteilungen)
Fehlerquote1 (selten) bis 5 (regelmäßig)
Kritikalität1 (ärgerlich) bis 5 (geschäftskritisch)
Standardisiertheit1 (jeder Fall anders) bis 5 (immer gleich)

Kostenloses Excel-Template mit unserer Beratungsmethodik

Ihre Schmerzprozesse systematisch identifizieren

Zum Check

Der häufigste Fehler: Unternehmen kartieren 200 Prozesse und erstellen eine 50-seitige Roadmap. Sechs Monate später ist nichts passiert. Der bessere Ansatz: Finden Sie Ihre 3-5 Schmerzprozesse – die wiederkehrenden, manuellen Abläufe, die Fachkräfte von wertschöpfender Arbeit abhalten.

Erst optimieren, dann automatisieren

Automatisieren Sie keinen chaotischen Prozess. Wenn ein Ablauf keine klare Struktur hat, wenn die Regeln je nach Mitarbeiter variieren, wenn es keine dokumentierten Schritte gibt – dann automatisieren Sie nicht den Prozess, sondern das Chaos. Die Faustregel: Erst vereinfachen und standardisieren, dann automatisieren. Das klingt langsamer, spart aber Wochen an Nacharbeit.

So finden Sie Ihre Schmerzprozesse

In 4 Schritten und ca. 2 Stunden zu Ihrer Prioritätenliste.

1

Brainstorming

30 Min.

3-4 Schlüsselpersonen: "Welche Aufgabe nervt am meisten?" 10-15 Prozesse sammeln.

2

Bewertung

60 Min.

Jeden Prozess nach der Schmerzprozess-Matrix bewerten (6 Kriterien, Skala 1-5). Nach Gesamtscore sortieren.

3

Priorisierung

20 Min.

Top 3-5 nehmen. Frage: "Könnte ein Azubi das nach einer Stunde Einweisung?" Wenn ja: Automatisierungskandidat.

4

Quick-Win

Sofort

Den am stärksten standardisierten Prozess wählen. Das ist Ihr Pilot-Projekt.

Schmerzprozess-Matrix – das Bewertungstool für Schritt 2

KriteriumSkala
Häufigkeit1 (jährlich) bis 5 (mehrmals täglich)
Zeitaufwand1 (<5 Min.) bis 5 (>2 Std.)
Beteiligte1 (eine Person) bis 5 (>3 Abteilungen)
Fehlerquote1 (selten) bis 5 (regelmäßig)
Kritikalität1 (ärgerlich) bis 5 (geschäftskritisch)
Standardisiertheit1 (jeder Fall anders) bis 5 (immer gleich)

Gesamtscore pro Prozess: Summe aller Kriterien (6-30 Punkte). Prozesse mit 20+ Punkten sind Ihre Schmerzprozesse.

Die 5 häufigsten Schmerzprozesse

Wenn Sie die Matrix anwenden, landen typischerweise diese Prozesse ganz oben. Klappen Sie die Details auf, um die konkrete Automatisierungslösung zu sehen.

1

Rechnungsfreigabe in Teams

24-28 Pkt.

Schmerz: Bei 200 Rechnungen/Monat: 150-200 Stunden reine Sachbearbeitung. Jeder Schritt eine Fehlerquelle.

Potenzial: KI extrahiert Rechnungsdaten, Power Automate steuert Freigabe. Zeitersparnis: 60-80 %.

2

Genehmigungs-Workflows

22-26 Pkt.

Schmerz: Hunderte E-Mails pro Monat, die in Postfächern verschwinden.

Potenzial: Power Automate Approvals + Teams. Durchlaufzeit: von Tagen auf Minuten.

3

Monats-Reporting

20-26 Pkt.

Schmerz: 3 Tage pro Monat für manuelle Datenaufbereitung. Zahlen bei Vorlage bereits veraltet.

Potenzial: Power BI Live-Dashboards. "3 Tage pro Monat" werden zu "0 Tage".

4

Onboarding neuer Mitarbeiter

18-24 Pkt.

Schmerz: IT-Zugang fehlt, Laptop nicht bestellt, kein Schulungsplan.

Potenzial: Automatisierte Checklisten. Time-to-Productivity: von 4-6 auf 2-3 Wochen.

5

Kunden-/Lieferantenanfragen

18-22 Pkt.

Schmerz: 60-70 % sind Standardfragen, die Fachkräfte binden.

Potenzial: Self-Service-Portal oder KI-Chatbot für Standardanfragen.

Kostenloses Excel-Template

Ihre Schmerzprozesse systematisch identifizieren

Unser Schmerzprozess-Check führt Sie Schritt für Schritt durch die Bewertung und Priorisierung – mit der gleichen Methodik, die wir in unseren Beratungsprojekten einsetzen.

Schmerzprozess-Check herunterladenKostenlos per E-Mail, kein Abo
02Kapitel 2 von 5·4 Min.

Von RPA bis KI-Agent: Ihr AutomatisierungsspektrumWelche Automatisierungsart wann die richtige ist

Nicht jeder Prozess braucht KI. Oft ist eine regelbasierte Automatisierung schneller, günstiger und zuverlässiger. Hier lernen Sie die vier Typen kennen.

RPA: UI-basierte Automatisierung (RPA)

Kein KI-Einsatz

Workflows: API-basierte Workflow-Automatisierung

Kein KI-Einsatz – regelbasiert

KI-gestützt: KI-gestützte Automatisierung

KI für Datenextraktion und Textverständnis

KI-Agenten: Agentische Automatisierung

Volle KI-Autonomie in definiertem Rahmen

KI dominiert die Schlagzeilen – aber in der Praxis brauchen die meisten Prozesse gar keine KI. Das „Automatisierungsspektrum" zeigt vier Typen mit steigendem KI-Anteil. Für jeden gibt es die richtige Stelle.

1

UI-basierte Automatisierung (RPA)

Kein KI-Einsatz

Menschliche Klick-Interaktionen mit Systemen werden nachgeahmt – ideal für Altsysteme ohne moderne Schnittstellen (APIs).

Wann einsetzen

Wenn das Zielsystem keine API hat und manuelle Dateneingabe den Engpass bildet.

Microsoft-Tool

Power Automate Desktop-Flows

Praxisbeispiel

Desktop-Flow erfasst täglich gescannte Rechnungs-PDFs in ein Buchhaltungsprogramm ohne API.

Ehrliche Einschätzung: Robust, aber fragil bei UI-Änderungen. Eher Brückenlösung bis ein System eine API bekommt.

2

API-basierte Workflow-Automatisierung

Kein KI-Einsatz – regelbasiert

Systeme kommunizieren direkt über Programmierschnittstellen (APIs) miteinander – das Herzstück moderner Prozessautomatisierung.

Wann einsetzen

Standardprozesse mit klaren Regeln: Wenn X passiert, dann Y. Der häufigste und zuverlässigste Automatisierungstyp.

Microsoft-Tool

Power Automate Cloud-Flows (Hunderte vorgefertigte Konnektoren)

Praxisbeispiel

Neuer Kunde im CRM → Ordner in SharePoint wird angelegt, Willkommens-Mail wird versendet, Aufgabe im Planner erstellt.

Ehrliche Einschätzung: Der Workhorse der Automatisierung. 70-80 % aller Mittelstands-Use-Cases fallen in diese Kategorie.

3

KI-gestützte Automatisierung

KI für Datenextraktion und Textverständnis

KI übernimmt Aufgaben, die Regeln allein nicht lösen können: Daten aus unstrukturierten Dokumenten extrahieren, Texte klassifizieren, Inhalte zusammenfassen.

Wann einsetzen

Wenn Daten in unstrukturierter Form vorliegen (PDFs, E-Mails, Bilder) oder natürliche Sprache verstanden werden muss.

Microsoft-Tool

AI Builder, Azure Document Intelligence, Copilot in Power Automate

Praxisbeispiel

AI Builder extrahiert Rechnungsdaten aus PDF-Scans und übergibt sie an den Freigabe-Workflow.

Ehrliche Einschätzung: Zuverlässig für klar definierte Aufgaben (Rechnungen: 90-97 % Genauigkeit). Weniger zuverlässig bei offenen Fragestellungen.

4

Agentische Automatisierung

Volle KI-Autonomie in definiertem Rahmen

Statt einem vordefinierten Prozess zu folgen, erhält ein KI-Agent ein Ziel und wählt autonom die beste Vorgehensweise.

Wann einsetzen

Komplexe, variable Abläufe wo menschliches Urteil gefragt ist – aber in einem klar abgegrenzten Rahmen.

Microsoft-Tool

Copilot Studio (Agents), Power Automate + Copilot

Praxisbeispiel

KI-Agent vergleicht Preise bei Lieferantenportalen, identifiziert bestes Angebot und bereitet Bestellanforderung vor.

Ehrliche Einschätzung: Seit 2025 produktiv einsetzbar mit Copilot Studio Agents. Für den Mittelstand: mit einem klar abgegrenzten Use Case starten – z. B. einem internen Helpdesk-Agenten oder einem Beschaffungsassistenten.

Kernaussage
70-80 % der Automatisierungspotenziale im Mittelstand liegen bei den ersten beiden Typen – regelbasierte Workflows ohne KI. Starten Sie dort.

Was KI heute zuverlässig kann – und was nicht

Nur 15-20 % der deutschen Mittelständler nutzen KI produktiv. Die Lücke zwischen dem, was in Demos gezeigt wird, und dem, was in der Praxis zuverlässig funktioniert, ist groß.

Daten aus Dokumenten auslesen

hoch (90-97 %)

Aus Rechnungen, Lieferscheinen, Verträgen automatisch Daten extrahieren. Azure Document Intelligence ist hier ausgereift.

Einschränkung: Bei handschriftlichen Dokumenten oder schlechten Scans sinkt die Genauigkeit. Validierungsschritt nötig.

Texte zusammenfassen

mittel-hoch (85-95 %)

Meeting-Protokolle, E-Mail-Zusammenfassungen, Dokumentenverdichtung mit Microsoft Copilot.

Einschränkung: Qualität hängt von der Eingabe ab. Chaotisches 90-Min-Meeting = mittleres Protokoll.

Texte sortieren und zuordnen

mittel-hoch (85-92 %)

E-Mails, Tickets oder Dokumente nach Kategorien sortieren.

Einschränkung: Bei ambivalenten Fällen wird die Zuordnung unzuverlässig. "Unsicher"-Kanal einplanen.

Standardfragen beantworten

mittel (75-90 %)

FAQ-Chatbot basierend auf SharePoint-Dokumenten für interne Anfragen.

Einschränkung: KI erfindet manchmal plausible, aber falsche Antworten. Für kundenseitige Infos derzeit ungeeignet.

Komplexe Entscheidungen treffen

Datenaufbereitung ja, Entscheidung nein.

Unklare Prozesse automatisieren

Zuerst Prozess definieren, dann automatisieren.

Kreative/strategische Arbeit ersetzen

Unterstützt bei Entwürfen, gibt nicht die Richtung vor.

Microsoft Copilot: 28 EUR/User/Monat – lohnt sich das?

Praxis-Tipp: Copilot-Training

Wenn Sie den individuellen Pfad starten wollen, ist ein strukturierter Copilot-Workshop der schnellste Einstieg. Ein Tag reicht, um Ihr Team mit den wichtigsten Anwendungsmustern vertraut zu machen: von effektivem Prompting über Meeting-Zusammenfassungen bis zu Datenauswertungen in Excel. Entscheidend ist nicht das Tool, sondern dass Ihre Mitarbeitenden konkrete Anwendungsfälle aus ihrem Arbeitsalltag üben, statt generische Demos zu sehen.

Microsoft Power Platform

Die gute Nachricht: Alle vier Automatisierungstypen lassen sich vollständig mit der Microsoft Power Platform abbilden. Power Automate liefert die Workflows, AI Builder die KI-Komponente und Copilot Studio die agentischen Fähigkeiten – alles aus einem Guss, integriert in Ihre bestehende M365-Umgebung.

Welche Microsoft-Werkzeuge konkret hinter jedem Automatisierungstyp stecken – und was Ihre Lizenz bereits abdeckt – zeigt das nächste Kapitel.

Lieber direkt mit uns sprechen?

30 Minuten, unverbindlich, kostenlos. Wir besprechen Ihre Situation und schätzen gemeinsam den größten Hebel ein.

Oder zuerst Schmerzprozesse identifizieren

03Kapitel 3 von 5·4 Min.

Was Ihre Microsoft-Lizenz schon kannDie Werkzeuge, die Sie bereits bezahlen

In Ihrer bestehenden Microsoft-365-Lizenz stecken Automatisierungs-Werkzeuge, die die meisten Mittelständler noch nie geöffnet haben.

Power Automate

Der Workflow-Motor

Power Apps

Business-Apps ohne Code

Power BI

Daten sichtbar machen

Copilot Studio

KI-Agenten & Chatbots bauen

Power Pages

Web-Portale erstellen

In Ihrer Microsoft-365-Lizenz steckt die "Power Platform" – ein Baukasten für Automatisierung, App-Entwicklung, Datenvisualisierung und KI-Assistenten, den die meisten Mittelständler noch nie geöffnet haben.

Die fünf Werkzeuge im Überblick

Power Automate

Der Workflow-Motor

Automatisiert wiederkehrende Abläufe zwischen verschiedenen Systemen. Wenn X passiert, mache Y.

Praxis-Beispiel

Eingehende Rechnungs-PDFs automatisch in SharePoint speichern, Daten per KI extrahieren und Genehmigungsworkflow starten.

Power Apps

Business-Apps ohne Code

Maßgeschneiderte Apps für interne Geschäftsprozesse – ohne Programmierkenntnisse.

Praxis-Beispiel

Außendienst erfasst Serviceberichte vor Ort mit Fotos, sendet direkt an Zentrale mit automatischer Aufgabenerstellung.

Power BI

Daten sichtbar machen

Verwandelt Daten aus Excel, ERP und CRM in interaktive Dashboards und Berichte.

Praxis-Beispiel

Management-Dashboard mit Umsatz, Auftragseingang, Lagerbestand – automatisch aktualisiert.

Copilot Studio

KI-Agenten & Chatbots bauen

KI-Agenten und Chatbots, die Fragen beantworten, Aufgaben selbstständig erledigen und Prozesse anstoßen – basierend auf Ihren eigenen Daten.

Praxis-Beispiel

Interner Helpdesk-Bot für HR-Richtlinien, IT-Anleitungen und Reisekostenabrechnungen.

Power Pages

Web-Portale erstellen

Sichere Web-Portale für externe Nutzer (Kunden, Lieferanten) – ohne Microsoft-Lizenz für Externe.

Praxis-Beispiel

Kunden-Self-Service-Portal für Bestelleinsicht, Dokumenten-Upload und Supportanfragen.

Die Königsdisziplin: Power Automate + Copilot Studio

Die wahre Stärke der Microsoft-Plattform zeigt sich, wenn Power Automate und Copilot Studio zusammenarbeiten: Power Automate automatisiert Prozesse und verbindet Systeme. Copilot Studio erweitert diese Automatisierung durch KI und natürliche Sprache. Zusammen bilden sie das gesamte Automatisierungsspektrum ab.

1

Klick-Automation

Desktop-Flows für Altsysteme ohne API

Power Automate Desktop

2

API-Workflows

Standardkonnektoren für Kernsysteme

Power Automate Cloud

3

KI-Unterstützung

Intelligente Entscheidungsunterstützung

AI Builder + Power Automate

4

KI-Agenten

Copilots steuern autonom Aufgaben & Dialoge

Copilot Studio

Durch die Kombination von Power Automate und Copilot Studio wird Automatisierung intelligenter und "agentisch" – die Workflows werden nicht nur ausgeführt, sondern können auf Kontext reagieren und eigenständig Entscheidungen vorbereiten.

Die gute Nachricht: Power Automate Standard-Konnektoren sind in M365 Business bereits enthalten – 0 EUR Zusatzkosten.

Wann Microsoft die richtige Wahl ist

Microsoft-Tools sind die richtige Wahl, wenn: (a) Ihr IT-Team aus Generalisten besteht, (b) die Lösung langfristig von Fachabteilungen gewartet werden soll, und (c) die Integration in M365 zentral ist.

Bereit, Ihre eigenen Schmerzprozesse zu identifizieren?

Unser kostenloser Schmerzprozess-Check zeigt Ihnen in 10 Minuten, wo sich Automatisierung am meisten lohnt.

Schmerzprozess-Check starten

Oder

04Kapitel 4 von 5·2 Min.

In 30 Tagen zum ersten ErgebnisDer Fahrplan für Ihr erstes Automatisierungsprojekt

Ein funktionierender Prototyp beweist mehr als ein 80-seitiges Strategiedokument. Hier ist der konkrete Fahrplan.

1

Woche 1

Vorbereitung & Scoping

2

Woche 2-3

Bau & Test

3

Woche 4

Rollout & Bewertung

Ein funktionierender Prototyp beweist mehr als ein 80-seitiges Strategiedokument. Hier ist der konkrete Fahrplan für Ihr erstes Automatisierungsprojekt.

Der 30-Tage-Fahrplan

1

Woche 1: Vorbereitung & Scoping

Tag 1-5
  • Tag 1-2: Schmerzprozess-Check – Pilotprozess identifizieren
  • Tag 3: Prozess dokumentieren (Whiteboard-Foto reicht)
  • Tag 4: Anforderungen definieren – was "gut genug" ist
  • Tag 5: Technologie-Entscheidung und Lizenz-Check
2

Woche 2-3: Bau & Test

Tag 6-20
  • Tag 6-10: Prototyp bauen – funktional, nicht perfekt
  • Tag 11-15: Testing mit 3-5 Nutzern, Feedback sammeln
  • Tag 16-20: Iteration basierend auf Feedback
3

Woche 4: Rollout & Bewertung

Tag 21-30
  • Tag 21-25: Pilotbetrieb mit echten Daten (kleine Gruppe)
  • Tag 26-28: Ergebnisse messen (Zeit, Akzeptanz, Probleme)
  • Tag 29-30: Business Case erstellen und Hochrechnung

Gute Pilot-Prozesse

  • Urlaubsgenehmigung (einfach, häufig, klar definiert, niedriges Risiko)
  • Reporting-Automatisierung (klar messbar, hoher Leidensdruck)
  • Dokumenten-Verteilung (regelbasiert, repetitiv)

Schlechte Pilot-Prozesse

  • ERP-Migration (zu groß, zu riskant, zu viele Abhängigkeiten)
  • Kundenportal (zu viele Stakeholder, hoher Designanspruch)
  • Strategisches Reporting (politische Implikationen)

Scope Creep, fehlende Rückendeckung, Perfektionismus – die drei häufigsten Stolpersteine.

Theorie gelesen – bereit für die Praxis?

Starten Sie mit dem kostenlosen Schmerzprozess-Check oder sprechen Sie direkt mit uns.

Schmerzprozess-Check
05Kapitel 5 von 5·4 Min.

Damit es nicht im Chaos endetSpielregeln, Zuständigkeiten und der Weg vom Piloten zur Plattform

5 einfache Regeln, klare Zuständigkeiten und eine 4-Phasen-Roadmap – damit Automatisierung nachhaltig funktioniert.

1Spielwiese und Echtbetrieb trennen
2Erlaubte Datenquellen festlegen
3Benennung standardisieren
4Komplexitätsgrenze setzen
5Quartals-Check machen

Das häufigste Muster im Mittelstand: Die IT-Abteilung hat weder Kapazität noch Budget für Automatisierungsprojekte. Die Fachabteilungen haben den Leidensdruck, aber nicht die Werkzeuge oder die Freigabe. Ergebnis: Stillstand – oder Schatten-IT, die niemand kontrolliert. Dieses IT-Fachbereich-Dilemma lässt sich nur auflösen, wenn beide Seiten zusammenarbeiten: IT gibt den Rahmen vor, Fachabteilungen bekommen professionelle Werkzeuge statt Excel-Workarounds.

Fachabteilungen bauen längst eigene Lösungen – sie nennen es "meine Excel-Tabelle" oder "das Access-Ding von Peter". Citizen Development heißt: Diese Realität akzeptieren, professionelle Werkzeuge bereitstellen und klare Spielregeln definieren.

5 Spielregeln für kontrolliertes Citizen Development

1

Spielwiese und Echtbetrieb trennen

Fachabteilungen arbeiten in einer eigenen Umgebung. Erst nach IT-Prüfung geht es in den Echtbetrieb.

2

Erlaubte Datenquellen festlegen

IT definiert, worauf zugegriffen werden darf (SharePoint: ja, ERP-Datenbank: nein). Alles andere erfordert Freigabe.

3

Benennung standardisieren

Jede App und jeder Workflow bekommt einen standardisierten Namen und eine einzeilige Beschreibung.

4

Komplexitätsgrenze setzen

Einfache Workflows (bis 15 Schritte) eigenständig. Darüber: IT oder externer Partner.

5

Quartals-Check machen

Alle drei Monate: Ungenutztes deaktivieren. Geschäftskritisches professionell überarbeiten.

5 Leitplanken für Ihre Automatisierungsinitiative

1

Geschäftsproblem vor Technologie

Erst das Problem verstehen, dann die passende Lösung wählen. Die Technologie folgt der Anforderung, nicht umgekehrt.

2

Erst optimieren, dann automatisieren

Keinen schlechten Prozess automatisieren. Wer Chaos digitalisiert, bekommt schnelleres Chaos.

3

Flexibel und modular bauen

Lösungen so bauen, dass sie sich an neue Systeme und Anforderungen anpassen lassen. Keine Abhängigkeit von einem einzelnen Tool.

4

Fachbereiche befähigen, nicht umgehen

Automatisierung funktioniert am besten, wenn die Menschen im Fachbereich mitgestalten. Bottom-up-Ideen schlagen Top-down-Vorgaben.

5

Governance von Anfang an mitdenken

Klare Regeln, Zuständigkeiten und Kontrollmechanismen schaffen Vertrauen und verhindern Wildwuchs.

Warum Spielregeln keine Bremse sind

Schatten-IT und Tool-Wildwuchs

Ohne: Lösungen entstehen ohne Sichtbarkeit und Standards; doppelte Tools und Insellösungen treiben Kosten.

Mit: Alle Lösungen sind registriert, erlaubte Schnittstellen definiert, Ausnahmen werden gesteuert.

Datenschutz und Compliance

Ohne: Unklare Datenflüsse und Berechtigungen führen zu DSGVO-Risiken, die zu spät entdeckt werden.

Mit: Sensible Daten sind gekennzeichnet, Zugriffe rollenbasiert, Verstöße werden früh erkannt.

Qualitätsstreuung

Ohne: Unterschiedliche Vorgehensweisen und fehlende Reviews verursachen fehleranfällige Lösungen.

Mit: Standardisierte Qualitätsprüfungen und Freigabeprozesse stellen ein einheitliches Niveau sicher.

Intransparente Kosten

Ohne: Kein Überblick über Lizenznutzung oder Betriebsaufwand; Entscheidungen basieren auf Bauchgefühl.

Mit: Nutzung, Kosten und Stabilität sind messbar; das Management sieht den Nutzen je Bereich.

Know-how-Verlust

Ohne: Einzelkämpfer-Wissen und fehlende Schulungen führen zu niedrigem Nutzen und hohem Ausfallrisiko.

Mit: Champions werden ausgebildet, Erfahrungsaustausch beschleunigt den Alltag, Wissen ist dokumentiert.

Wer kümmert sich darum?

Sie brauchen: Ein monatliches 60-Minuten-Meeting, drei definierte Rollen und drei Kennzahlen.

Wer entscheidet, was automatisiert wird?

Ein "Automatisierungs-Board": Geschäftsleitung (Priorisierung), IT-Leitung (Machbarkeit), 1-2 Fachbereichsleiter (Bedarf). Monatlich 60 Min.

Wer baut und wer wartet?

Drei Rollen: Mitarbeiter aus der Fachabteilung (einfache Workflows), Power-Platform-Beauftragter intern (10-20 % Arbeitszeit), Externer Partner (komplex, Architektur).

Wie stellen wir Qualität sicher?

Getrennte Umgebungen für Entwicklung/Test/Echtbetrieb. Regeln für sensible Daten. Alles muss vor dem Echtbetrieb geprüft werden.

Wie messen wir den Erfolg?

Drei Kennzahlen: Eingesparte Stunden/Monat, Anzahl aktiver Workflows/Apps, Fehlerrate der Automatisierungen.

Kompetenzstelle – pragmatisch, nicht bürokratisch

  • Ein Verantwortlicher in der IT (ca. 2-4 Stunden/Woche)
  • Eine SharePoint-Liste mit allen Apps/Workflows und Status
  • Ein Teams-Kanal für Erfahrungsaustausch
  • Ein monatliches 30-Minuten-Meeting (IT + aktive Anwender)

Center of Excellence (CoE)

Ab ca. 200 Mitarbeiter oder 10+ aktiven Automatisierungen

Ab einer bestimmten Größe reicht eine einfache Kompetenzstelle nicht mehr aus. Ein Center of Excellence (CoE) bündelt Steuerung, Qualitätssicherung und Wissenstransfer an einer Stelle. Es ist keine zusätzliche Bürokratie, sondern ein Multiplikator: Das CoE sorgt dafür, dass Automatisierungsprojekte schneller, sicherer und nachhaltiger laufen.

Was ein CoE konkret liefert
App-Katalog und Monitoring-Dashboard

Eine zentrale Übersicht aller aktiven Apps, Workflows und deren Status: Wer nutzt was, wie oft, mit welchen Daten?

Governance-Handbuch

Das zentrale Dokument mit Regeln, Freigabeprozessen und Standards. Nicht 80 Seiten, sondern 10 Seiten, die jeder versteht.

Entscheidungsmatrix für neue Projekte

Ein Scoring-Modell, das bei jedem neuen Automatisierungsvorhaben klärt: Lohnt es sich? Wer baut es? Welche Komplexitätsstufe?

Berechtigungsmatrix

Wer hat auf welche Systeme und Daten Zugriff? Definiert für Admins, Entwickler und Fachanwender.

Schulungskatalog und Lernpfade

Definierte Trainings für verschiedene Rollen: Vom Basis-Workshop für alle bis zur vertieften Power-Platform-Schulung für Champions.

Vorlagen und Blueprints

Geprüfte Vorlagen für häufige Szenarien (Genehmigungsworkflow, Dokumentenablage, Reporting). Spart bei jedem neuen Projekt Wochen.

Die Roadmap: Vom Piloten zur Plattform

PhaseZeitrahmen
Phase 1: Der erste ErfolgMonat 1-3
Phase 2: Schnelle SiegeMonat 3-9
Phase 3: Spielregeln definierenMonat 9-18
Phase 4: Zur PlattformAb Monat 18
Kernaussage
Automatisierung skaliert nicht durch mehr Projekte, sondern durch klare Spielregeln. Die Organisationen, die am meisten herausholen, investieren 80 % in Befähigung und Governance – und 20 % in Technologie.
Die Autoren

Geschrieben von Ex-McKinsey & Ex-BCG Beratern

Mit akademischer Tiefe und praktischer Umsetzungserfahrung aus 25+ Jahren Beratung und Forschung.

Prof. Dr. David Bendig

Prof. Dr. David Bendig

Ex-BCG, Uni Münster

Top 100 ÖkonomUniversitätsprofessor
Johann Kortsch, M.Sc.

Johann Kortsch, M.Sc.

Ex-McKinsey, Geschäftsführer BTL

Wirtschaftsinformatiker10 J. IT-Strategie

Schaffen Sie endlich die Entlastung, die sich Ihr Unternehmen seit Jahren wünscht

Wählen Sie Ihren nächsten Schritt – jeder bringt Sie näher an automatisierte Prozesse.